Walnussöl – gesund und vielseitig

Walnussöl

Walnussöl wird sowohl als Speiseöl, als auch in der Kosmetik und Medizin genutzt.

Walnussöl ist besonders aromatisch, reich an essentiellen Fettsäuren und weist positive Eigenschaften für die Gesundheit auf. Neben dem Einsatz als Speiseöl kommt es auch in der Kosmetik, zur Herstellung von Ölfarben und in Zusammenhang mit Holzpflegeprodukten zum Einsatz.

Walnussöl wird aus den Kernen echter Walnüsse gewonnen, der Walnussbaum wird botanisch als „Juglans regia“ bezeichnet. Die Herkunft des Baums ist Mittelasien. Die Walnuss gelangte dann über Griechenland nach Europa. Anschließend verbreitete sich die Walnuss weiter bis nach Mittelamerika. Walnussöl wird aus den Nüssen gewonnen, die heutzutage gewerblich auf Walnussplantagen angebaut werden. Pro Baum lassen sich rund 50 kg Walnüsse pro Jahr ernten. Die Nüsse bestehen zu 65 % aus Öl. Das aus ihnen gewonnene native Walnussöl ist hellgelb, zum Teil auch grünlich und hat einen nussigen und etwas herben Geschmack.

Walnussöl wird in der Küche als edles Salatöl verwendet und passt zu Spargelgerichten, Suppen oder Fisch. Auch in Desserts, Gebäck und Süßspeisen wie zum Beispiel Eiscreme kommt es zum Einsatz. Walnussöl wird nach wie vor als Gourmet-Öl verwendet und hat landläufig den Ruf eines Gesundheitselixiers.

Die Inhaltsstoffe des Walnussöls und die Gesundheit

Walnussöl liefert eine ausgewogene Kombination von gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das Walnussöl wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus,  stärkt das Herz-Kreislaufsystem und  kommt auch als Cholesterinsenker zum Einsatz.

Somit empfiehlt sich die Verwendung des Walnussöls, sofern der Cholesterinhaushalt außer Kontrolle geraten ist. Das Öl bringt ihn nicht nur wieder ins Gleichgewicht, sondern hat dabei auch noch den Vorteil, dass keinerlei Nebenwirkungen drohen. Einen ähnlichen Effekt hab übrigens der Verzehr getrockneter Apfelscheiben, wie eine Studie aus dem Jahr 2011 ergab. Diese Lebensmittel nehmen dabei Einfluss aus das HDL Cholesterin und das LDL Cholesterin, die dem Körper Gutes tun bzw. schaden. Deren Produktion wird dann stimuliert oder eingeschränkt.

Außerdem reduziert der Verzehr der Walnüsse den Blutfettwert. Dies bedingen hauptsächlich die ungesättigten Fettsäuren und auch die vielen Vitamine sind daran beteiligt.

Darüber hinaus wird das Walnussöl in Zusammenhang mit Hauterkrankungen verwendet.

Auf die Haut aufgetragen fördert Walnussöl die Gesundheit und verbessert das Hautbild. Auch beim Verzehr des Öls erlangt man diesen Effekt. Bereits seit dem 17. Jahrhundert wird das Öl als Wundermittel gegen Falten verwendet. Hierbei dringt es in die Zellen ein und fördert deren Wachstum. Erreicht wird dies mithilfe der essenziellen Fettsäuren, die der Haut Feuchtigkeit geben. Sogar Krankheiten wie Schuppenflechte können so geheilt werden. Angeblich bekämpft es auch einen Pilzbefall. Der Gebrauch wird außerdem dadurch erleichtert, dass das Öl schnell und restlos in die Haut einzieht.

Der wichtigste Inhaltsstoff im Walnussöl jedoch ist die Omega-3-Fettsäure.

Omega-3-Fettsäure

Diese Fettsäure ist lebensnotwendig.

  • Sie hält die Nerven und die Hirnzellen gesund.
  • Es verbessert die Fließeigenschaften des Blutes,
  • verhindert übermäßige Ablagerungen in den Gefäßen und
  • sorgt auf diese Weise dafür, dass das Herzinfarktrisiko sinkt.

Im Walnussöl ist eine große Menge Magnesium enthalten. Magnesium hilft dabei, Stress abzubauen und damit in letzter Konsequenz auch den Blutdruck zu senken. Sein Einfluss auf den Blutzuckerspiegel durch den hohen Anteil gut nutzbarer Ballaststoffe ist ebenfalls bekannt. Walnussöl ist außerdem ein stark sättigendes Öl.

Verschiedene Vitamine der B-Gruppe und der E-Gruppe ergeben zusammen mit den weiteren Antioxidantien und der besonderen Zusammensetzung der Fettsäuren eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Bei regelmäßigem Verzehr von Walnussöl wird das Immunsystem gestärkt und die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist gesteigert. Auch dieser Umstand trägt dazu bei, dass Walnussöl Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt.

Eine Handvoll Walnüsse pro Tag in Zusammenhang mit einer ansonsten vernünftigen und gesunden Ernährung ist deshalb eine praxiserprobte Möglichkeit, die eigene Gesundheit zu stärken. Den Walnüssen werden übrigens aus der Volksmedizin die Eigenschaften zugesprochen, Beschwerden wie Rheuma, Schuppenflechte und Darmkrebs vorzubeugen. Wissenschaftlich erwiesen ist das jedoch nicht.

Walnussöl und Kosmetik

Walnussöl kommt in der Kosmetikindustrie zurzeit sehr selten zum Einsatz. Die Fettsäuren der Walnuss allerdings eignen sich gut, um Haut und Haare zu pflegen. Der Linolsäureanteil, der in ähnlicher Form bereits in der Haut zu finden ist, ist Garant für eine gute Verwertbarkeit. Walnussöl zieht schnell ein, macht die Haut geschmeidig und glatt. Auch irritierte und zu Trockenheit neigende Haut kann mithilfe von Walnussöl beruhigt werden. Rissige Haut wird wieder glatt, lichtgeschädigte Haut regeneriert sich. Reines Walnussöl kann direkt auf die Lippen aufgetragen werden und ersetzt einen handelsüblichen Fettstift. Nicht zu unterschätzen ist Walnussöl als Basisöl zur Massage. Es ist beliebt bei Physiotherapeuten und Masseuren, denn es kommt aufgrund seiner guten Gleitfähigkeit häufig zum Einsatz. Als Zusatzstoff in Gesichts- und Körperpflegecremes unterstützt Walnussöl den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Walnussöl verhindert das Austrocknen und schützt gleichzeitig vor negativen äußeren Einflüssen. Im Haar angewendet erleben Verbraucher denselben Effekt und können sich über weiches, geschmeidiges Haar freuen.

Walnussöl in anderen Anwendungsbereichen

Walnussöl kommt als Bestandteil von Ölfarben bei der Malerei zum Einsatz. Es dient als Basis oder Malmittel zum Verlängern von Farben. Es ist aufgrund seiner hohen Pigmenthaltefähigkeit und wegen des brillanten Glanzes beliebt, den es einem Ölbild beschert. Im Bereich der Holzpflege kommt diese glänzende Eigenschaft ebenfalls zum Tragen, denn mit Walnussöl behandelte Hölzer sind nicht nur lebensmittelecht, sondern erhalten außerdem einen matten, gepflegten Glanz.

Anbau und Ernte der Walnüsse

Derzeit sind die größten Lieferanten der Walnuss u.a. die USA, Frankreich, Indien und China.

Maßgeblich zur Qualität der heutigen Pflanze beigetragen haben Farmer aus Kalifornien. Schon nach dem Ersten Weltkrieg züchteten sie spezielle Sorten, die auch ein kälteres Klima vertrugen. Diese Pionierarbeit sicherte der Gegend einen großen Vorsprung im Geschäft um die leckere Nuss, den bis heute niemand aufgeholt hat. Schließlich werden in Kalifornien derzeit knapp 65% aller Walnüsse und insgesamt über 200000 Tonnen jährlich angebaut.

Gewerblich züchtet man die Hülsenfrüchte auf Plantagen, die wie Gräten angelegt sind. Die Bäume bekämpfen Pflanzen, mit denen sie um die Nährstoffe im Boden konkurrieren, sehr stark. Damit sich die eng beieinander stehenden Walnussbäume nicht gegenseitig den Garaus machen, wachsen dort nur extra friedlich gezüchtete Arten. Sie  brauchen einen festen Lehmboden und viel Wasser. Ein Walnussbaum benötigt zwar eine Weile, bis er ausreichend groß ist, um Profit abzuwerfen, dafür lebt er jedoch knapp 100 Jahre und bringt es dabei auf durchschnittlich 4000 Nüsse pro Saison. Die Erntezeit fällt auf den Herbst und findet von September bis November statt.

Die Ernste selbst wird nicht etwa von Arbeitern bewerkstelligt, sondern läuft automatisch ab. Spezielle Rüttelmaschinen umfassen dabei die Äste und schütteln sie, wonach die Nüsse einfach aufgelesen werden können. Bei dem Vorgang werden sie gleichzeitig gereinigt.

Kauf und Lagerung des Walnussöls

Ursprünglich war das Walnussöl nur im Reformhaus erhältlich, lässt sich mittlerweile aber auch einfach im Supermarkt kaufen oder im Internet bestellen. Dabei hat man die Wahl zwischen einem kalt oder heiß gepressten Walnussöl. Letzteres verliert beim Erhitzen jedoch deutlich an Geschmack und Inhaltsstoffen.

Ein Indiz für die Qualität ist, dass sich im Öl keine Schlieren befinden. Sind diese doch vorhanden, ist es nicht mehr genießbar.

Die Lagerung garantiert dann die längste Haltbarkeit, sofern direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird und man die Flasche in einem abgedunkelten Raum verwahrt. Für gewöhnlich geht das Walnussöl in der ungeöffneten Flasche erst nach 6 – 12 Monaten kaputt. Das genaue Datum hängt von der Herstellungsart ab und ist auf der Flasche gekennzeichnet.

Walnussöl selbst herstellen

Walnussöl mag zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen, doch ist es vor allem eins: teuer. Wird es dagegen selbst hergestellt, kann man deutlich an Kosten sparen. Benötigt werden dazu nur die Nüsse, ein Mixer, ein Sieb und eine Salatschleuder. Und außerdem noch ein Behälter wie verschließbare Flaschen. Zuallererst knackt man die Nüsse und lagert sie für 4 Wochen an einem trockenen Ort. Dann werden sie gemixt, bis aus ihnen ein Brei entsteht. In der Salatschleuder wird er dann bearbeitet, bis sich Flüssigkeit ergibt, die im Sieb abgetropft wird. Nun muss das Öl erst noch im Behälter reifen, dies bei knapp 20 Grad. Nach einem Monat ist es dann fertig und kann verzehrt werden.

Alternative Anwendungen des Walnussöls

Selbst in der Ölmalerei gebraucht man teils Walnussöl. Dies ist, weil hier die Farben aus zwei Stoffen bestehen: Den Farbpigmenten und Öl als Trägermittel. Für Letzteres können u.a. die Erzeugnisse aus Sonnenblumen, Mohn und eben aus der Walnuss Verwendung finden. Dabei wird die Farbe entweder direkt über den Pinsel auf die Leinwand aufgetragen oder aber in speziellen Techniken noch weiter verdünnt, um bestimmte Effekte zu erzielen. Hierfür wird dann zusätzlich Wasser oder mehr Öl hinzugegeben.

Sogar unter den sehr ausdrucksstarken und intensiven Ölfarben ist Farbe mit Walnussöl besonders kräftig. Schließlich kann sie so vergleichsweise viele Pigmente binden, wozu allerdings die Mischung stimmen muss. Zu viel Öl schwächt nämlich die Leuchtkraft ab. Außerdem ist diese Farbe sehr gut gegen ein Verblassen und Vergilben gefeit.

Möchte man Naturhölzer gegen eine starke Abnutzung schützen, so kann ebenfalls Walnussöl angewandt werden. Zu diesem Zweck schmiert man etwa Schneidebretter oder Tische damit ein und lässt das Öl dann einziehen. Besonders um hölzernes Kinderspielzeug zu imprägnieren eignet sich das Öl. Hier müssen dann auch keine gefährlichen Nebenwirkungen gefürchtet werden, da es völlig unschädlich ist. Doch sollte man die Anwendung regelmäßig wiederholen, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.